Trainer Aus- und Fortbildung
Ausbildung für Trainer 2010Schwimmsport in der nächsten Runde – neue C-Trainer werden gebacken
Viele nennen es ihren Hoffnungsschimmer, ihre Rekreation von der Arbeitswelt, ihre Inspiration; „Wochenende“ passt aber auch ganz gut. Von diesem lernte der 23-köpfige Trainernachwuchs in den vergangenen Wochen eine völlig neue Seite kennen: Vorbei mit Freund(in), Disco und (augenscheinlichem) Koma-Saufen – auf dem Trainer-C-Lehrgang musste man ran!
In sechzig Arbeitsstunden galt es das Grundwissen des bis zu zwei Jahre zuvor erworbenen Sportassistenten zu vertiefen, auszuweiten, untereinander anzugleichen und vielleicht nochmal ins Gedächtnis zu rufen. Dabei verloren die vier tatkräftigen Referenten Robert Collette, Jürgen Verhölsdonk, Oliver Eigen und Christian Schippers nie die Ruhe, auch wenn diese kurz vor den Kaffeepausen unter den engagierten aber menschlichen Lernenden erleichtertes, kurzfristig erleichterndes, Spiel hatte. Aber wofür gibt es nicht alles Koffein?
Die 23 Teilnehmer werden diese Frage nun beantworten können, denn Dopingaufklärung war ebensoviel Teil der theoretischen Ausbildung wie Kraul, Rücken, Brust, Delfin, Start, Wende, koordinative Fähigkeiten, Kraft, Beweglichkeit, Fehlerkorrekturen, Ausdauer, Grundschnelligkeit, Entwicklung im Kinder- und Jugendalter, Sportmedizin, Didaktik und Methodik, Grundlagen der Trainingslehre, langfristiger Trainingsaufbau und physikalische Eigenschaften des Wassers. Die einzelnen Vorträge wurden von Power-Point-Präsentationen begleitet, mit Lückentextbegleitschriften (Hand-Outs) unterstützt und vom Discofieber des Beleuchtungssystems unterbrochen.
Das Programm war eng gefasst: Die Alternation von theoretischem Kenntniserwerb und praktischer Hinterlegung wurde dabei nur von den Essenszeiten der Schwimmsportschule und ihrer Nachtruhe unterbrochen – und natürlich noch von den elf Tagen bis zum nächsten Lehrgangswochenende.
Anreisetermin war Freitagabend um sechs Uhr am Lehr- und Leistungszentrum des Schwimmverbandes NRW, der Schwimmsportschule „Willy Isenberg“ in Übach-Palenberg. Ab diesem Zeitpunkt, an dem einige der dreiundzwanzig jungen Erwachsenen bereits drei Stunden Autobahnmonotonie hinter sich hatten, war Schuften angesagt – auch während der Pausen, denn das theoretische Wissen im Schrank zu Hause nützt dem Trainer am Beckenrand eher weniger. Folgerichtig wurde zumindest die mittelfristige Verinnerlichung durch sonntägliche Lernerfolgskontrollen sichergestellt.
Doch da sich ein Trainer auch noch durch andere Schlüsselqualifikationen außer seinem Pauker-Profil ausweist, wurden die Trainer-C-Anwärter weiterhin mit zwanzigminütigen Lehrproben in Teamarbeit konfrontiert. Die Leistungen, die dabei erbracht wurden, weisen gen Zukunft und schließlich haben alle Teilnehmer gern an dem Lehrgang teilgenommen – Zeit für ein Bier am Abend blieb vielleicht ja auch doch noch.
In diesem Sinne ist zu hoffen, dass die frischgebackenen C-Trainer ihre gemachten Erfahrungen weiterentwickeln und den Trainingsbetrieb vielleicht sogar für noch mehr Aktive in ein kleines, leistungsstarkes Wochenende im Wochengeschehen verwandeln.
Nicole Aretz
Kohlscheider SC
2009-10-11


