Interview Auswahlmannschaft
Die Auswahlmannschaft des Schwimmbezirks Aachen![]() | |
Die Auswahlmannschaft beim 3. Frühjahrsschwimmfest in Wetzlar |
Eine gute Gelegenheit, die Auswahlmannschaft des Schwimmbezirks Aachen e. V. etwas näher kennenzulernen, bot sich mir Mitte März 2009. Als Kampfrichterin und Betreuerin, aber auch als Fachwartin Öffentlichkeitsarbeit begleitete ich die Schwimmerinnen und Schwimmer zum 3. Frühjahrsschwimmfest nach Wetzlar.
Franziska Börner, Franziska Eser, Nina Falck und Anne Jörres fanden sich am Abend des ersten Wettkampftages spontan, gespannt und äußerst offen zum Interview auf der gemütlichen Empore des Mädchenzimmers ein. Trainer Stephan Zehrer motivierte zu bereits fortgeschrittener Uhrzeit Thomas Gennen, Denis Schulz und Hendrik Wolff zu einer zweiten recht heiteren Fragestunde.
Zurzeit sind 8 Schwimmerinnen und 8 Schwimmer der Aachener SV 06, der Freien Schwimmer Wegberg, des Kohlscheider SC, des Jülicher Wassersportvereins, des Würselener SC und des VfR Übach-Palenberg in der Auswahlmannschaft. Die Jugendlichen sind zwischen 13 und 19 Jahre alt. Die meisten von ihnen haben Geschwister und besuchen die Mittelstufe des Gymnasiums oder der Realschule. Als Lieblingsfächer stehen Deutsch, Latein, Bio, Mathe, Französisch und Sport auf dem Stundenplan. Stephanie Czayka besucht die Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums und wird im nächsten Jahr ihr Abi machen. Ihre Leistungskurse sind Deutsch und Englisch.
Auch wenn der Leistungssport sehr zeitintensiv ist, bleibt bei einigen noch etwas Freiraum für weitere Hobbys. Franziska Börner, Anne Jörres, Franziska Eser und Hendrik Wolff sind musikalisch interessiert und spielen Instrumente. Thomas Gennen, Denis Schulz und Hendrik Wolff sind neben dem Schwimmsport aktiv beim Tischtennis und Joggen. Steffi nimmt sich am Wochenende Zeit für Freunde, Feten und Kinobesuche.
Das Interview
Schwimmbezirk Aachen: Wann und wie seid Ihr zum Schwimmsport gekommen?
Anne Jörres: aus gesundheitlichen Gründen …
Franziska Börner: Nach dem Seepferdchen dabei geblieben …
Nina Falck: Durch meine Mutter, die Leistungsschwimmerin war
Thomas Gennen: Aus gesundheitlichen Gründen
Hendrik Wolff: Aus eigener Initiative
Stephanie Czayka: Die Oma einer Freundin hat mich damals mitgenommen und mich nach und nach dazu gebracht mit zu schwimmen.
SBAC: Wer oder was war entscheidend für die Wahl des Schwimmsports?
Hauptsächlich die Eltern.
Nina: Der Trainer: Tinne!!!
Stephanie: Die Oma meiner Freundin
SBAC: Ihr habt viele Erfolge in unterschiedlichen Lagen sowohl auf der kurzen wie auch auf der langen Distanz vorzuweisen. Was sind Eure Lieblingsstrecken?
Nina: 50/100 m Freistil (… was sie in Wetzlar mit dem Bezirksrekord unter Beweis stellte)
Franziska B.: 100/200 m Rücken, weil man dabei so gut chillen kann
Anne: 200/400 m Lagen
Franziska E.: 50/100 m Brust
Stephanie: 50 m Rücken und Schmetterling, 100 m Rücken
Thomas: 50 m Freistil
Denis: 100/200 m Schmetterling und Rücken
Hendrik: 50 m Schmetterling/100 m Rücken
SBAC: Wer von Euch hält Bezirksrekorde/Bezirksaltersklassenrekorde? Wisst Ihr auf welchen Strecken?
Nina: 50 m Freistil
Franziska E.: 100 m Brust
Thomas: ja, Strecken weiß ich nicht genau
Hendrik: ja, Strecken ?
Denis: 200 m Rücken
SBAC: In welchem Wettkampfbecken im Schwimmbezirk startet Ihr am liebsten?
Anne: Osthalle
Franziska E.: Osthalle
Franziska B.: Osthalle
Nina: Osthalle (… naja, da auch Trainingsstätte)
Stephanie: Osthalle
Hendrik: Düren
Thomas: Düren
Dennis: Osthalle
Trainer Stephan Zehrer: In der Aachener Osthalle. Hier bin als Aktiver schon immer gerne gestartet und sie bietet zum einen ein schnelles Becken und zum anderen genügend Platz für Aktive und Zuschauer.
SBAC: Wo (bei welchem Wettkampf) hattet Ihr Eure größten Erfolg?
Stephanie: NRW-Meisterin, bei den Deutschen starke Bestzeiten und zwei Jahre hintereinander knapp das Finale verpasst
Franziska E.: Deutsche 2008
Nina: NRW-Freiwassermeisterschaften 2. Platz
Franziska B.: NRW-Jahrgangsmeisterschaften
Anne: NRW-Jahrgangsmeisterschaften
Hendrik: NRW-Jahrgangsmeisterschaften über 200 m Schmetterling
Thomas: Deutsche Jahrgangsmeisterschaften über 50 m Freistil
Denis: Deutsche Jahrgangsmeisterschaften
SBAC: Welche Ziele oder Wünsche zur Platzierung habt Ihr auf Euren Königsdisziplinen bei den kommenden SV-NRW- und Deutschen Meisterschaften?
Stephanie: NRW wieder gewinnen, bei den Deutschen ins Finale kommen
Nina: Deutsche (Sie hat sich in Wetzlar bereits für 50 m Freistil qualifiziert und ihr Ticket nach Hamburg gebucht.)
Franziska E.: Deutsche Finale
Franziska B.: Deutsche
Anne: Deutsche
Thomas: Deutsche Top 20
Denis: Deutsche Top 20
Hendrik: Qualifikation für NRW und Deutsche
SBAC: Wer von Euch trainiert wöchentlich am meisten?
Franziska B.: 5 x Wasser, 1 x Land
Nina: 5 x Wasser, 2 x Land
Franziska E.: 5 x Wasser, 2 x Land
Stephanie: 4 x, meist 1,5 Stunden Wasser und 1 Stunde Halle
Anne: 4 x Wasser, Land privat
Hendrik: 4 x Wasser, kein Land
Denis: 5 x Wasser, 2 x Land
Thomas: 4 x Wasser, 2 x Land, weiterer Sport privat
SBAC: Vermisst Ihr mehr Trainingsmöglichkeiten auf der 50-m-Bahn? Wie seht Ihr die Chance für das geplante und nun vor der Ausschreibung stehende Landesleistungszentrum in Jülich?
Anne: Vermisst Training auf der langen Bahn, sieht Chance für LLZ sehr optimistisch
Stephanie: Vermisst die 50-m-Bahn nicht
Hendrik: Würde auch gerne mehr auf der langen Bahn trainieren; meint, die Chancen für LLZ stehen schlecht
Thomas: Für mich macht es keinen Unterschied, ob ich auf der 25- oder 50-m-Bahn trainiere; skeptisch im Hinblick auf LLZ
Denis: Habe mit der ASV die Möglichkeit, in Kerkrade zu trainieren; ich würde aber gerne mehr Trainingseinheiten auf der langen Bahn haben. Er sieht die Realisierung des LLZ skeptisch
Hendrik: Leistungszentrum wäre gut für den Jülicher Wassersportverein, Mitgliederzuwachs
Stephan: Im Moment vermisse ich dies nicht. Wir haben uns mit unseren Trainingsmöglichkeiten gut arrangiert. Sicherlich ist die eine oder andere Trainingseinheit auf der 50-m-Bahn in der Vorbereitung zu den NRW- oder DSV-Meisterschaften sehr hilfreich. Der bisherige zeitliche Ablauf bei der Errichtung der 50-m-Bahn in Jülich hat mich nicht sehr verwundert, schließlich sind die öffentlichen Haushalte überall angeschlagen und ein Betriebskonzept mit positivem Ergebnis für eine Schwimmhalle zu erstellen, ist nicht ganz einfach.
SBAC: Wer von Euch hat ein Maskottchen, das ihn immer und überall im Sport begleitet? Welches?
Nina: Didl
Franziska E.: Rosa Schwein (… damit wurde auch ihre Mutter schon am Beckenrand gesichtet!)
Anne: Mein Phantasietier, der Schafhund
Hendrik: Noch keins, evtl. aber demnächst ein Frosch
SBAC: Hier in Wetzlar startet Ihr in erster Linie als Team für den Schwimmbezirk Aachen. Was wisst Ihr über den Schwimmbezirk Aachen?
Alle kennen den Schwimmbezirk Aachen und wissen, welche Aufgaben er hat.
SBAC: Kennt Ihr die Internetseite des Schwimmbezirks?
Schwimmerinnen: einstimmiges „ Ja“
Schwimmer: ein einstimmiges“ Ja klar“
SBAC: Wie oft besucht Ihr www.schwimmbezirk-aachen.de (täglich, 1 x in der Woche, 1 x im Monat, nie)?
Franziska B.: 1 x im Monat
Anne: 1 x im Monat
Nina: Nach jedem Wettkampf (zuerst Bezirkshomepage, da hier die Ergebnisse eher veröffentlicht sind, dann die ASV-Seite)
Stephanie: 1 x im Monat
Franziska E.: 1 x im Monat
Thomas: 1 x im Jahr
Hendrik: 1 x im Monat
Denis: 1 x in der Woche
Die Eltern besuchen die Seite öfter und geben weiter, wenn etwas interessantes für die Schwimmer erschienen ist.
Stephan: Ich würde sagen, so im Schnitt einmal die Woche. Dies ist aber auch abhängig davon, ob ein Bezirkstermin ansteht, dann kann es auch schon einmal öfter sein.
SBAC: Welche Seiten auf www.schwimmbezirk-aachen.de besucht Ihr am häufigsten?
Alle: Schwimmen>Wettkampf>Wettkampfdaten/Berichte/Bilder
Stephanie: Aktuelles
Thomas und Denis besuchen auch die Poolbar und lesen die Interviews.
Stephan: Die Ausschreibungen zu den Wettkämpfen und die Bestenliste.
SBAC: Bei einem WK wie diesen, wo Ihr als Auswahlmannschaft für den Schwimmbezirk Aachen startet, gibt es da weniger Konkurrenz untereinander? Fühlt Ihr Euch als ein gemeinsames Team?
Schwimmerinnen (einstimmig): Wir sind keine Konkurrenten, wir fühlen uns als gemeinsames Team
Denis: Gemeinsame Wettkämpfe sind sehr positiv, wir schließen neue Bekanntschaften
Hendrik: Es ist so, wie mit einer neuen Klasse auf Klassenfahrt zu gehen
Thomas bestätigt die Aussage von Hendrik.
SBAC an Stephan Zehrer: Du hast bereits mehrmals die Auswahlmannschaft des Schwimmbezirks bei Wettkämpfen als verantwortlicher Trainer betreut. Gibt es da weniger Konkurrenz untereinander? Fühlen sich die Aktiven mehr als ein gemeinsames Team?
Stephan: Die Aktiven kennen sich meist schon von vielen Wettkämpfen. Bei den Lehrgängen und Wettkämpfen der Auswahlmannschaft haben sie dann die Möglichkeit, Bekanntschaften zu vertiefen und auszubauen. Innerhalb einer Mannschaft gibt es immer Konkurrenzdenken, dies ist nur natürlich. Es ist uns bisher immer gut gelungen als Einheit aufzutreten und die Aktiven haben sich immer gegenseitig unterstützt. Von den Aktiven kam in Wetzlar der Vorschlag, neben den T-Shirts des Schwimmbezirks Aachen auch einheitliche Schwimmmützen mit dem Logo des Schwimmbezirks Aachen zu bekommen. Dies zeigt, dass die Aktiven sich als Einheit sehen und sich nach außen auch so präsentieren wollen.
SBAC: Habt Ihr vom Lehrgang Ende Januar mit dem Bundesstützpunkttrainer Henning Lambertz etwas umsetzen können?
Schwimmerinnen: Ja
Schwimmer: Ja super, direkt umgestellt
Stephanie: Vieles war schon bekannt vom Jahr davor; dieses Jahr war eher nur Wiederholung für mich.
Hat sich das auf die Leistungen hier in Wetzlar bereits ausgewirkt? Wenn ja, wie?
Nina: Auf den Rückenstart
Franziska B.: Eher nein
FE: Eher nein (Brustschwimmerin)
Anne: Ein wenig
Schwimmer: Noch nicht wirklich
SBAC an Stephan Zehrer: Wie schätzt Du als Trainer dies ein?
Stephan: Die Materie ist zu frisch, Techniken müssen sich noch einschleifen. Der Zeitraum ist zu kurz, um Auswirkungen auf den Wettkampf festzumachen.
SBAC: Wie lange braucht es in der Regel, bis sich die Erfolge zeigen?
Stephan: Es gibt keine feste Größe, das ist individuell unterschiedlich. Man weiß nicht, inwieweit in den Vereinen die Inhalte bereits umgesetzt sind.
SBAC: Abschließend noch etwas Persönliches. Dürfen wir Eure wichtigsten Tugenden erfahren?
Nina: Immer gut ‘drauf
Franziska E.: Lache über alles
Anne: Diese Frage soll dem Trainer gestellt werden; konzentriert, vernünftig wie Franziska B.
Franziska B.: … toll …
Hendrik: Lachen
Denis: Gut gelaunt, guten Appetit (Davon konnten sich die Betreuer in Wetzlar überzeugen!)
Thomas: Ruhiges Wesen
SBAC: ... und ein paar Schwächen?
Franziska E.: Ich bin schlecht ‘drauf, wenn ich schlecht schwimme.
Franziska B.: Brustschwimmen
Nina: Brustschwimmen
Anne: Ich bin schnell von mir enttäuscht, traue mir zu wenig zu.
Hendrik: Rede zu viel (… was der Interviewerin sehr entgegen kam)
Denis: Startverhalten
Thomas: Verschlafen und vergesslich
SBAC: Was nervt Euch am meisten? Was könnt Ihr überhaupt nicht ab?
Überwiegend nerven manchmal die Geschwister.
Nina: Leute ohne eigene Meinung
Hendrik‘s spontane Antwort: Lehrer (Er schränkt sich dann aber ein … und die Lehrer kommen doch noch gut weg!)
Thomas: Anfahrt zum Training (Zeitaufwand)
Denis: „Zu wenig Meter machen“ beim Training
SBAC: Auf welchen Gegenstand würdet Ihr nicht verzichten, wenn es auf eine einsame Insel ginge (außer Schwimmsachen)?
Anne: Schmusekissen
Franziska B.: Handy
Franziska E.: Laptop
Nina: Meine Haarreifen
Alle Schwimmerinnen gemeinsam: SCHOKOLADE …
… worauf sie prompt den Schokohasen, der für die Jungs gedacht war, abstaubten …
SBAC: Enden soll dieses Interview mit einem Leitspruch (Motto) oder einem Lieblingszitat:
Stephanie: „Stärke kommt nicht von physischer Leistung – sie kommt von unzähmbarem Willen.“
Nina (getreu dem Motto der ASV 06): „Wir waren damals schon die schnellsten.“
Danke, dass Ihr so offen über Euch erzählt habt. Das Wochenende hat Spaß gemacht! Schade, dass Hannah Nagatz (ASV 06), Jana Schieren (ASV 06) und Jonas Niemeyer (Kohlscheider SC) wegen Krankheit nicht dabei waren; Armin Kiedrowski (Würselener SC) konnte wegen Abiturvorbereitungen nicht teilnehmen.
Gertrud Wollgarten
Fachwartin Öffentlichkeitsarbeit
2009-03-28


