Claus Uellendall, das Interview
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Claus Uellendall, Fachwart Schwimmen im Schwimmbezirk Aachen |
Seit dem Bezirkstag 2007 ist Claus Uellendall neuer Fachwart Schwimmen im Schwimmbezirk Aachen e. V. Claus Uellendall ist 42 Jahre und hat zwei Kinder. Im „wahren Leben“ ist er Technischer Direktor eines Herstellers von Netzwerkgeräten. Neben Familie und Schwimmsport gehört das Laufen zu seinen Hobbys. Gelegentlich nimmt er an Volksläufen teil und ist auch Marathoni. Seine Marathonzeit wollte er uns nicht verraten (Anmerkung: Mit der Zeit des Köln-Marathons, die ich ihm entlocken konnte, braucht er eigentlich nicht hinter den Berg zu halten.)
Sein Heimatverein ist der Brander Schwimmverein 1973 e.V., dem er seit 14 Jahren angehört.
Fragen und Antworten
SBA: Seit dem Bezirkstag im März 2007 bist Du Fachwart der größten Sparte unseres Schwimmbezirkes, dem Schwimmen. Wie bist Du zum Schwimmsport gekommen? Gib einen kurzen Abriss über Deine schwimmsportliche Laufbahn.
CU: Von 1974 bis 1979 war ich aktiver Schwimmer im SV Neptun Aachen, anschließend bis 1982 aktiver Schwimmer im Burtscheider SV (mittlerweile aufgelöst) mit Teilnahme an Bezirksmeisterschaften. Neben dem Schwimmen übernahm ich dort von 1982 bis 1990 das Traineramt und war später Schwimmwart und Vertreter in der VSVA (Vereinigung der schwimmsporttreibenden Vereine der Stadt Aachen). 1985 Kampfrichterausbildung zusammen mit Ingo Braun. 1986/87 Ausbildung zum Trainer C (Grundkurs bei Ulrich Funken!). Von 1993 bis 1997 war ich Trainer der 1. WK-Mannschaft des Brander SV, von 1997 bis heute bin ich im Vorstand des Brander SV (Wettkampfsport). Im Schwimmbezirk Aachen war ich als Lehrwart Schwimmen von 1996 bis 1998 unter Schwimmwart Ralf Mießen und von 2003 bis 2007 Sachbearbeiter Wettkampfwesen unter Schwimmwart Dr. Jürgen Kozel aktiv.
SBA: Wie und wann bist Du zum Schwimmsport gekommen?
CU: Als Jugendlicher bin ich sehr oft mit Freunden schwimmen gegangen und mit 10 Jahren bin ich dann beim SV Neptun angemeldet worden. Ich glaube, der Kinderarzt meinte, ich soll’ was für den Rücken machen.
SBA: Bist Du selber geschwommen? Was waren/sind Deine Disziplinen?
CU: In der Tat bin ich auch auf Bezirksmeisterschaften und später auf den Deutschen Seniorenmeisterschaften (heute Masters) gestartet. Der beste Schwimmer war ich nicht, aber beim Brust- und Freistilschwimmen konnte ich einigermaßen mit den Top-Leuten mithalten. Auf jeden Fall habe ich am eigenen Leib zu spüren bekommen, was es heißt, bei Regen und Kälte in Jülich oder Aachen im Freibad auf Bezirksmeisterschaften zu starten.
SBA: Worin siehst Du Deine Hauptaufgaben als Fachwart Schwimmen?
CU: Das Amt des Fachwarts bündelt eine Reihe von Aufgaben, welche von der Förderung der Aktiven, Ausbildung über die Veranstaltung amtlicher Wettkämpfe bis hin zur Bestenliste reichen. Ich sehe dabei als Schwerpunkt die Förderung der Aktiven und das Service-Angebot der Dachorganisation Bezirk. Entscheidend ist hierbei die Unterstützung durch den Schwimmausschuss, ohne den der Aufwand für mich nicht zu schaffen wäre und auch die kreativen Ansätze in der Arbeit ausbleiben würden.
SBA: Was begeistert Dich an diesem Amt?
CU: Einfluss nehmen, kreativ Ziele zu verwirklichen und gemeinsam mit dem engagierten Team des Schwimmausschusses an die Arbeit zu gehen. Gerade die Zusammenarbeit in diesem Team reizt besonders.
SBA: Welche Ziele oder Strategien verfolgst Du?
CU: Die Hauptstrategie muss sein, die Trainer und Betreuer der Vereine in die Arbeit einzubinden und zu gewinnen. Das erreichen wir durch persönliche, direkte Ansprache und auch durch möglichst transparente Informationen. Die Homepage funktioniert nun seit dem Bezirkstag und wir bauen das noch weiter konsequent aus, wobei die Homepage inklusive Newsletter als zentrales Informationsmedium für den Bereich Schwimmen dient. Auch der Trainervertreter im Schwimmausschuss, der auf den Bezirksmeisterschaften neu gewählt wird, ist mir sehr wichtig.
SBA: Anfang April 2007 hast Du Dich zum ersten Mal mit einem Rundschreiben an die Techniker und Trainer der Vereine zu wichtigen Themen rund um das Wettkampfwesen gewandt. Gab es hierzu Resonanz aus den Vereinen?
CU: Hierzu gab es kaum Resonanz, wobei ich das jetzt nicht negativ bewerten möchte. Wir konnten schon bemerken, dass diese Mail gelesen wurde. Übrigens wird bald ein zweites Rundschreiben folgen. Die Themen sind schon festgelegt.
SBA: Wo siehst Du den Schwimmbezirk Aachen in 5 Jahren?
CU: Es wäre mir wichtig, Anzahl der Mitglieder und auch der Leistungsträger zu halten oder sogar zu verbessern. Betrachtet man die Vorgänge im Bezirk mit Hallenschließungen, nachlassenden Mitgliederzahlen und Betreuer-/Trainermangel, dann wird das allein schon eine schwierige Aufgabe. Das ganze geht nur, wenn wir effektiv und vereinsübergreifend zusammenarbeiten.
SBA: Gibt es Visionen für die Zukunft?
CU: Neben dem geplanten Schwimmbad in Jülich sicherlich auch vermehrt Teilnehmer an der JEM (Junioren-Europameisterschaft).
SBA: In welcher Rolle siehst Du Dich dann?
CU: Ich fühle mich in der aktuellen Position sehr wohl.
SBA: Welches Schwimmbad im Schwimmbezirk soll einmal Deinen Namen tragen?
CU: Da noch einige sehr verdiente Ehrenamtler vor mir dran wären, werden bis dahin keine Schwimmbäder mehr neu gebaut.
SBA: Bei aller Bescheidenheit! Dahinter verbirgt sich dann die Frage nach Deiner Lieblingshalle im Bezirk.
CU: Mit Blick auf die Atmosphäre ist das die Stolberger Halle. Aus Sicht der Wettkampftauglichkeit stehen natürlich die Aachener Osthalle und auch Düren mit an der Spitze.
SBA: Unterstützt wirst Du durch den Mitarbeiterstab im Schwimmausschuss. Welches Maskottchen hat der Schwimmausschuss?
CU: Das müssen wir noch suchen! Was mir wichtig ist, den besagten „Mitarbeiterstab“ hervorzuheben, denn ohne eigenständig arbeitenden Schwimmausschuss wäre die Arbeit für mich nicht zu schaffen und ich hätte mich auch nicht zur Wahl gestellt.
SBA: Nach diesem kurzen Abstecher in die Welt der Fantasie nun zurück zum Hier und Jetzt:
Eine Deiner ersten Bezirksveranstaltungen als neuer FW Schwimmen, Jugendmehrkampf 2007 (I) und Sichtung, verlief mit einer Rekordteilnehmerzahl sehr erfolgreich. In Kürze steht als letzter Wettkampf vor der Sommerpause die Bezirksmeisterschaft auf der 50-m-Bahn in Kerkrade an.
Möchtest Du eine Prognose zur Zahl der Meldungen abgeben?
CU: Wir gehen im Schwimmausschuss davon aus, eine sehr hohe Meldezahl zu bekommen, was zwangsläufig eine Folge der hohen Meldezahlen des JMK (Jugendmehrkampf).
SBA: Auf welchen Strecken könnten Bezirks-/Bezirksaltersklassenrekorde getoppt werden?
CU: Ich wünsche mir immer neue Rekorde bei den ganz jungen, also bei den Jahrgängen 1995/1996. Das ist unser Nachwuchs, der hohe Aufmerksamkeit genießen wird.
SBA: Sind die Tage der Bezirksmeisterschaften in Kerkrade mit Blick auf das geplante Landesleistungszentrum in Jülich gezählt?
CU: Wir hoffen alle hier auf den sehr engagierten Landrat Spelthan, der unermüdlich die Finanzierung dieses ehrgeizigen Projektes vorantreibt. Drücken wir die Daumen!
SBA: Die Bezirksmeisterschaft in Kerkrade wirft ihre Schatten voraus. Da stellt sich die Frage: Bleibt neben dem Schwimmsport noch Zeit für Privates?
CU: Na ja... die BZM ist in festen Händen von Stefan Fischer, zuständig für das Wettkampfwesen im Schwimmausschuss, und nicht zu vergessen, dass die Kampfrichter des Bezirks und der Ausrichter, die Aachener Schwimmvereinigung 06, den allergrößten Anteil an der Großveranstaltung tragen. Das sind alles sehr erfahrene Personen und die Garanten für eine erfolgreiche Veranstaltung.
Da bleibt für meine Familie und mich noch genug Zeit, andernfalls könnte ich das Amt des Fachwartes auch nicht ausführen.
SBA: Was nervt Dich am meisten? Was kannst Du überhaupt nicht ab?
CU: Ich ärgere mich am meisten über linke Aktionen im Hintergrund oder gezielte Falschaussagen zum persönlichen Nutzen. Das habe ich leider schon im Beruf erlebt.
SBA: Enden soll dieses Interview mit Deinem Leitspruch (Motto) oder Deinem Lieblingszitat:
CU: Ich lebe oft nach den netten rheinischen oder kölschen Leitsprüchen, welche diese typische Gelassenheit ausdrücken, die Vieles im Leben leichter erscheinen lässt:
Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jot jejange!
SBA: In diesem Sinne: Vielen Dank, Claus und viel Erfolg bei Deinen Aufgaben!


